Architektonik am Rand des Geoparks Sardona

Berge und Bauten in Braunwald

Fährt man bei klarem Wetter hinauf auf den Gumen ob Braunwald, ist das tektonische Phänomen der Glarner Hauptüberschiebung am Hausstock, am Chalkstöckli und weit hinten unter dem Bergkamm zwischen Piz Segnes und Piz Sardona sowie weiter nördlich am Foostock ausserordentlich gut sichtbar. Man kann sich die Fläche vorstellen, über die vor 60-80 Millionen Jahren die Gesteinsmassen der helvetischen Decken geschoben wurden. In der Geologie bezeichnet der Begriff Tektonik die Bewegungen und Strukturen der Gesteinspakete und Decken. Spaziert man durch die Streusiedlung des Ferienortes Braunwald, fallen einem die zahlreichen geschmackvoll gebauten und gut in die Landschaft passenden älteren Ferienhäuser auf. Drei dieser Bauten, das kleine Ferienhaus Uf dr‘ Höchi , die einstöckige Akelei und das ganzjährig bewohnbare Fuhrhorn, zudem das Sporthaus Ortstock  hat der Glarner Architekt Hans Leuzinger (1887-1971) zwischen 1927 und 1941 gebaut. Das verbindende Merkmal der vier Bauten ist auch hier die Tektonik, das heisst die besondere Art und Weise wie der Architekt die Bauteile zusammengefügt hat – so nämlich, dass Umgebung und Haus zusammen passen.

Wir fahren mit der Seilbahn hinauf zum Grotzenbühl. Dort verschaffen wir uns einen Überblick zur Glarner Geologie. Wir wandern zum neu renovierten Ortstockhaus, und versuchen zu verstehen, warum diese Baute so gut in die Landschaft passt. Ein feiner Imbiss stärkt uns für den einstündigen Aufstieg zum Gumen. Wenn es das Wetter erlaubt, verfolgen wir mit Auge und Bleistift die Linie der Glarner Hauptüberschiebung. Zurück geht es über den Seblen- und den Kneugrat. Hintergrundinformationen zum Phänomen des Abrutschens von Braunwald, das von Zeit zu Zeit als Sensationsnachricht durch die Zeitungen geht, Aufforstung und Lawinenverbauungen, die Sage vom Oberblegisee –lassen sich in der Landschaft zeigen, und wir sehen vielleicht Dinge, die wir sonst kaum wahrnehmen würden. Zum Abschluss schauen wir uns auf dem Weg zum Tödiblick die drei Ferienhäuser von Hans Leuzinger an.

Treffpunkt und Anreise

Ort:

Braunwald

Kanton:

GL

Koordinaten:

46.9388, 8.9983

Beschreibung:

Bergstation der Linthal-Braunwaldbahn


Anreise individuell: Ab Zürich direkter Zug bis Linthal-Braunwaldbahn, dort umsteigen in die Standseilbahn und hinauffahren. Mit dem Auto bis zur Talstation der Braunwaldbahn.

Anmeldung

Anmeldefrist:

7. Okt. 2017

Teilnehmerzahl:

5-10

Kosten Erwachsene:

30

Kosten Kinder:

gratis

Hinweise:

Führung durch zwei GeoGuides Sardona (Ethnologin und Historikerin) Vielfältige Anregungen zum Beobachten und Wahrnehmen der Landschaft und ihrer Entstehung sowie zur Besiedlung. Informationen zur Glarner Hauptüberschiebung, zur Rutschung von Braunwald und zum Architekten Hans Leuzinger.

Ausrüstung:

Wanderschuhe, Regenschutz, je nach Witterung warme Kleidung Mittagessen und Zwischenverpflegung aus dem Rucksack; heisses Getränk Lupe, Feldstecher, Feld-/Notizbuch, Farbstifte, kleiner Hammer, Smartphone oder Fotoapparat

Versicherung:

Versicherung ist Sache der Teilnehmer

Kontakt

Kontaktpersonav & kr friesroessler,

Emailfrieroe[at]gmail.com